Rosenkranz on line


Zum Heiligen Geist




Komm, Heiliger Geist

Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit deiner Kraft. Dein Schöpferwort rief uns zum Sein: Nun hauch uns Gottes Odem ein. Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt; aus dir strömt Leben, Licht und Glut, du gibst uns Schwachen Kraft und Mut. Dich sendet Gottes Allmacht aus im Feuer und in Sturmes Braus; du öffnest uns den stummen Mund und machst der Welt die Wahrheit kund. Entflamme Sinne und Gemüt, dass Liebe unser Herz durchglüht und unser schwaches Fleisch und Blut in deiner Kraft das Gute tut. Die Macht des Bösen banne weit, schenk deinen Frieden allezeit. Erhalte uns auf rechter Bahn, dass Unheil uns nicht schaden kann. Lass gläubig uns den Vater sehn, sein Ebenbild, den Sohn, verstehn und dir vertraun, der uns durchdringt und uns das Leben Gottes bringt. Den Vater auf dem ew’gen Thron Und seinen auferstandnen Sohn, dich, Odem Gottes, Heil’ger Geist, auf ewig Erd’ und Himmel preist. Amen.

Komm herab, o Heil’ger Geist

Komm herab, o Heil’ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not, in der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod. Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund. Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt. Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit. Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen.

Göttlicher Heiliger Geist! Erleuchte unseren Verstand mit Deiner Wahrheit, erfülle unser Herz mit Deiner Liebe und stärke unsern Willen mit Deiner Kraft, damit wir meiden, was Dir mißfällt, und lieben und tun, was Dir gefällt, durch Jesus Christus, unseren Herrn! Amen.

Adsumus Wie sind hier versammelt

Herr, Heiliger Geist, wir stehen vor Dir. In Deinem Namen sind wir heute versammelt. Wir sind uns unserer Sünden bewusst. Komm zu uns, steh uns bei, erfülle unsere Herzen, Lehre uns, was zu tun ist; zeige uns den rechten Weg; bewirke, was wir erreichen sollen. Gib uns die rechten Entscheidungen ein und verwirkliche sie; denn Dir allein gebührt mit Gott, dem Vater, und dem Sohn alle Ehre. Du liebst Recht und Güte über alles. Lass nichtzu, dass wir gegen die Gerechtigkeit handeln, Unwissenheit führe uns nicht in die Irre, Zuneigung verhindere nicht den rechten Entschluss. Aussicht auf persönlichen Vorteil verführe uns nicht, vielmehr verbinde uns das Geschenk Deiner Gnade wirksam mit dir, damit wir in Dir eins sind und in nichts von der Wahrheit abweichen. Dann werden wir uns in allem an die Gerechtigkeit halten und sie üben mit Maß und Güte. So werden unsere Entscheidungen mit Deinem Willen in Einklang stehen und wir erlangen, was Du verheißen hast. Amen

Weihe an den Heiligen Geist

Heiliger Geist, Du Geist Gottes, Geist des Lichtes und der Liebe, ich weihe Dir meinen Verstand, mein Herz und meinen Willen, mein ganzes Sein für Zeit und Ewigkeit. — Mein Verstand soll stets willig auf Deine himmlischen Einsprechungen hören und auf die Lehren der heiligen katholischen Kirche, derer, unfehlbarer Lenker Du bist. Mein Herz sei stets entflammt von Liebe zu Gott und zum Nächsten. Mein Wille sei stets dem Willen Gottes gleichförmig. Mein ganzes Leben sei ein getreues Abbild des Lebens und der Tugenden unsres Herrn und Heilands Jesus Christus, ihm, sowie dem Vater und Dir, dem Heiligen Geiste, sei Ehre und Ruhm in Ewigkeit. Amen, (Hl. Pius X.)

Herr, sende Ihn!

O Jesus, sende uns den verheißenen Tröster, den Heiligen Geist, mit Seinen sieben Gaben, der Gabe der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft und der Frömmigkeit, der Gabe der Furcht des Herrn. Komm, Heiliger Geist! O Feuer, das immer brennt und nie erlischt, o Liebe, die immer glüht und nie erkaltet, entzünde mich ganz, damit ich ganz Dich liebe. O Maria, Mutter der schönen Liebe, erflehe mir die Liebe des Heiligen Geistes!

Bleibe bei mir immerdar!

Komm, Heiliger Geist, erwähle meinen Leib zu Deinem Tempel! Komm und bleibe bei mir immer­dar! Gib mir eine innige Liebe zum heiligsten Her­zen Jesu, auf daß ich Ihm diene mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Gemüte und aus allen meinen Kräften. Dir schenke ich alle Fähigkeiten meines Leibes und meiner Seele. Beherrsche alle mei­ne Leidenschaften, Gefühle und Regungen. Nimm hin meinen Verstand und meinen Willen, mein Gedächtnis und meine Phantasie. O Heiliger Geist der Liebe, gib mir ein reiches Maß Deiner wirksamen Gnade. Gib mir die Fülle aller Tugenden; vermehre meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, vermehre mein Vertrauen und entzünde meine Liebe. Verleihe mir die Fülle Deiner sieben Gaben, Deiner Früchte und Seligkeiten. Allerheiligste Dreifaltigkeit, möge meine Seele Dein Heiligtum sein. Amen. (Pius XII.)

Heiliger Geist, heilige uns!

O kostbare Heiligkeit, wie wenig bist Du erstrebt und geachtet! Fast alle wollen fromm, nur wenige wollen heilig sein. Die Mittelmäßigkeit regiert bei uns. Und doch braucht die heilige Kirche Gottes wahrhaft und nicht mittelmäßig heilige Männer. Ist doch der Strom des Verderbens mehr als mittelmäßig. Wie sollte er durch Mittelmäßigkeit Über­wunden werden! . . . Darum sende, o Heiliger Geist. Deiner Kirche heilige Männer und lasse uns selbst heilig werden!

Heiliger Geist, der Sieg ist Dein!

„Ich danke Gott alle Tage, daß er mich in den augenblicklichen Umständen leben läßt. Diese so tie­fe und allgemeine Krise ist einzig in der Geschichte der Welt. Man muß stolz sein, in diesem grandiosen Drama Zeuge und in gewisser Hinsicht Mitspieler sein zu können. Gute und Böse ringen in gigantischem Zweikampf miteinander. Niemand hat das Recht, in solch ernster Stunde mittelmäßig zu sein. Sicher aber bin ich, daß aus diesem furchtbaren Brodeln die Kirche noch schöner und den Zeitverhältnissen noch mehr angepaßt hervorgehen wird." (Pius XI, 1937)

Papst Johannes XXIII. betet:

Heiliger Geist, gib unserem Apostolat Begeisterung, damit es alle Menschen und Völker erreicht. Kein irdisches Band möge uns hindern, unserer Berufung Ehre zu machen; kein Interesse möge uns feige und gegen die Forderungen der Gerechtigkeit machtlos machen; keine Berechnung möge die unendliche Weite der Liebe in die Enge unserer kleinen Selbstsucht zwängen. Amen.

Vor wichtigen Besprechungen

Gott Heiliger Geist, wir sind hier versammelt. Zwar belasten uns unsere Sünden; dennoch bist Du es, der uns zusammengeführt hat. Komm zu uns, sei mit uns, dring in unsere Herzen ein! Lehre uns, was wir tun, wohin wir uns wenden sollen! Zeige uns, was wir tun müssen, um mit Deiner Hilfe Gott in allem zu gefallen. Du allein sollst unsere Entschei­dungen anregen und bestimmen; denn Du allein be­sitzt mit Gott dem Vater und Seinem Sohne Ehre und Herrlichkeit. Du liebst die Gerechtigkeit: laß daher nicht zu, daß wir gegen sie verstoßen! Unwis­senheit möge uns keine falschen Wege führen, Men­schengunst uns nicht beeinflussen; keine falsche Rück­sicht auf Ämter und Personen uns verleiten! Ver­binde uns vielmehr durch Deine Gnade so fest mit Dir, daß wir eins sind in Dir und in nichts von der Wahrheit abweichen. Wir sind in Deinem Namen versammelt; so gib, daß wir in allem Gerechtigkeit und Liebe walten lassen, damit wir hier in unseren Absichten stets mit Dir übereinstimmen und so für unser rechtes Tun einst unvergänglichen Lohn erlan­gen. Amen.

Tägliches Gebet zum Heiligen Geist

von Kardinal H. Ed. Manning (1892) O Gott Heiliger Geist, den ich verachtet, betrübt und zurückgewiesen habe von meiner Kindheit bis zum heutigen Tage, offenbare mir Deine Persönlich­keit, Deine Gegenwart, Deine Macht! Laß mich er­kennen Deine siebenfachen Gaben — den Geist der Weisheit und des Verstandes, des Rates und der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Furcht Gottes. O Du, der Du bist der Geist des Va­ters und des Sohnes, der Du taufest mit Feuer und gießest aus die Liebe Gottes in unsere Herzen, gieße aus Deine Liebe in mein Herz! Eines, o Herr, habe ich verlangt von Dir — das will ich suchen, nicht Reichtum, Rang, Macht, irdisches Heim und irdi­sches Glück —, aber einen Strahl dieses heiligen Lichtes, einen Funken dieses heiligen Feuers, das mich entzünde, und mich ganz in das Feuer der Liebe versenke! Laß dieses heilige Feuer in mir auf­leuchten, daß es in mir jeden Rest der Sünde an Leib und Seele austilge. Reinige mich siebenfach mit Dei­nen Gaben! Mache aus mir ein heiliges und ganz an­genehmes Opfer! Entzünde mich mit Eifer und laß mich zerfließen in Buße, daß ich möge leben das Le­ben und sterben den Tod eines wahrhaft bußfertigen Sünders. Amen.

... daß wir Menschen der Liebe werden

Komm, Heiliger Geist, heilige uns! Erfülle unsere Herzen nicht nur mit brennender Sehnsucht nach der Wahrheit, nach dem Weg und dem vollen Leben. Entzünde in uns auch Dein Feuer, daß wir selber da­von zum Lichte werden, das leuchtet und wärmt und tröstet. Laß unsere schwerfälligen Zungen Worte finden, die von Deiner Liebe und Schönheit sprechen. Schaffe uns neu, daß wir Menschen der Liebe werden, Deine Heiligen, sichtbare Worte Gottes. Dann werden wir auch das Antlitz der Erde er­neuern und alles wird neu geschaffen. Komm, Hei­liger Geist, denn die Geister der Dunkelheit bedrohen uns. Komm, Heiliger Geist, erleuchte uns — stärke uns — bleibe bei uns! Amen.

Hilf mir, Dich finden!

Göttlicher Heiliger Geist! Heute will ich einmal allein sein mit Gott und meiner eigenen Seele. Alle Menschen, die Du mit Deiner Gnade erfülltest, sind in die Einsamkeit gegangen. Allein weilte Maria in betrachtendem Gebete, als Deine Kraft sie über­schattete; weltabgeschieden im Saale zu Jerusalem flehten die Apostel um den Tröstergeist aus der Höhe; alle, die Dich suchten, fanden Dich in der Stille. So knie ich denn vor Dir einsam und allein. Meine Seele lege ich vor Dir nieder wie eine leere, geöff­nete Schale. Reinige sie von allem, was mich stören könnte in dieser heiligen Ruhe, und dann erfülle sie und gieße den Reichtum Deiner Gnade in sie ein. Komm, o Geist der Liebe, und erfülle meine Seele mit heiliger "Wärme, mit starker heiliger Gottes­wärme, daß ich alle Halbheit überwinde, alle Leicht­fertigkeit und Oberflächlichkeit meines Wesens. Ich rufe Dich, Du Schöpfergeist, erfülle mich mit Deiner Liebe und mit Deiner Kraft! Amen.